Sein Wort für Deinen Tag
Losung für Freitag, den 06.02.2026
Losungswort
Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.
Daniel 9,7
Lehrtext
Der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.
Matthäus 25,45
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Beschämt
Das heutige Losungswort stammt aus einem Bußgebet des Propheten Daniel. Er betete buchstäblich „in Sack und Asche“(1) nicht nur für sich, sondern ebenso für seine Landsleute. Immer wieder waren sie Gott untreu geworden und hatten nicht auf dessen Warnungen geachtet, sodass schließlich sein Gericht in Form der Verschleppung nach Babel über sie hereingebrochen war. Daniel hatte die Zusammenhänge erkannt und beugte sich vor Gott. Da war nichts, worauf sie sich berufen konnten – außer auf Gottes Barmherzigkeit. So flehte Daniel: „Neige deine Ohren, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und sieh an unsere Trümmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“(2)
Hier sehen wir, wie das Bewusstsein der eigenen Fehler einerseits Beschämung auslöst, andererseits aber auch zur Umkehr führt. Im Lehrtext finden wir jedoch das Gegenteil. Hier geht es um Personen, die es unterlassen, sich um bedürftige Menschen zu kümmern. Sie empfinden das offenbar auch gar nicht als falsch – doch Jesus stellt hier klar, dass auf der Gegenseite Gott selbst steht. Auch das Argument, wann und wo man ihn denn als hilfsbedürftig gesehen hätte, nützt dann nichts. Wer ohne Barmherzigkeit durchs Leben geht, läuft Gefahr, selbst in Ungnade zu fallen. Was bedeutet all das nun für uns?
Ich denke, wir erhalten hier einen Blick darauf, warum Beschämung manchmal nottut. Wenn wir durch sie unsere Schuld erkennen, können wir – wie Daniel – Gott um Vergebung bitten. Es kann jedoch sein, dass man von sich meint, es wäre alles in Ordnung, und dennoch falsch liegt. Wenn Gott uns dann darauf aufmerksam macht, ist man vielleicht im ersten Moment beschämt. Doch die Erkenntnis, wo wir wirklich stehen, ist ein Geschenk Gottes, denn sie hilft uns, zu ihm umzukehren.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Dan. 9,3 (2) Dan. 9,18 [Luther 2017]
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du so gut und barmherzig bist. Du stößt uns nicht von dir, wenn wir zu dir kommen. Selbst wenn wir Dinge getan haben, die dir missfallen, sind deine Arme weit für den geöffnet, der zu dir umkehrt. Schenke mir, dass ich deinen Willen suche und in deinen Wegen gehe. Vergib mir, wo ich mich verirre, und hole mich zurück. Das bitte ich in Jesu Namen, Amen.
Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeinde (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)
